Glossar

Abnäher

Attraktiv gestaltete Polstermöbel erhalten oft den Heftungen ähnelnde Flächenunterteilungen in Form von Abnähern. Sie entstehen, indem man den Bezugsstoff vor dem Beziehen durch quadratisch oder rautenförmig verlaufende Nähte mit einer Schaumstoffplatte verbindet. Nur vereinzelt eingearbeitete Abnäher erzeugen Vertiefungen, die eine bessere Körperanpassung ermöglichen können.

Aufpolstern

Polstermöbel, bei denen hochwertige Materialien eingesetzt wurden, lohnt es sich nach Abnutzung oder Beschädigung des Polsterstoffes, diesen teilweise oder vollständig auszutauschen. Dieser Prozess nennt sich Aufpolstern.

Autosattler

Der Auto- bzw. Karosserie-Sattler ist eine Abspaltung des Sattlers. Mit der Mobilität der Bevölkerung durch das Automobil veränderte sich das Berufsbild des Sattlers und es bildeten sich Spezialisten im Fahrzeugbereich heran. Sie sind zuständig für die Verglasung der Fahrzeuge, deren Dichtheit, Schallisolation, die Innenauskleidung oder das Verdeck beim PKW. Ähnliches gilt beim LKW, wobei da noch die Abdeckplanen des Ladeaufbaus hinzukommen. Bei Booten (Motorschiff und Segelschiff) werden nebst dem Interieur auch die Bootsdecken, Verdecke usw. hergestellt. Beim Motorrad ist es der Motorradsattel.

Bezugsstoff

Als Bezugsstoff bezeichnet man zum Polstern geeignete Textilien. Auswahlkriterien sollten Scheuerbeständigkeit, Lichtechtheit, Reibechtheit und elektrostatisches Verhalten sein, um als Bezug eines Polstermöbels möglichst lange ansehnlich zu bleiben.

Dichte von Schaumstoffen

Eigenschaft und Qualitätsmerkmal für Polsterschäume ist ihre Rohdichte, die durch das Raumgewicht ausgedrückt wird. Die Masse bildet die tragenden Zellstege und Zellmembranen. Ein schwerer Schaum ist deshalb tragfähiger, formbeständiger und elastischer, als ein leichter. Um eine bestimmte Stabilität zu erreichen, werden Zuschnittteile mit unterschiedlichen Raumgewichten verklebt. Man bezeichnet diese Polsterteile als konfektionierte Formteile.

Einfache Kappnaht

Sie entsteht, wenn nach fertig gestellter Stürznaht nur ein Stoffteil gekappt und mit dem Nahtüberstand vernäht wird.

Fahrzeugsattlerei

Sattler im Schwerpunkt Fahrzeugsattlerei stellen vorwiegend Fahrzeuginnen-ausstattungen, aber auch Fahrzeugdächer und Planen für LKW-Aufbauten her und reparieren sie. Neben Leder verarbeiten sie dabei verschiedene Materialien, wie Kunstleder, Leinen und andere Textilien und Kunststoffe. Sie fertigen Fahrzeugpolsterungen neu an oder lösen das alte Material ab, nehmen Maß, schneiden das neue Material zu und verbinden die Teile durch Nähen, Nieten oder Kleben.

Federkorb

Ein Federkorb besteht aus Kegelfedern, die durch Verbindungsklammern auf Tragbändern aus Bandstahl miteinander befestigt werden. An den oberen Ringen der Außenfedern befinden sich Kettenglieder, die nach dem Einsetzen des Federkorbes seine Befestigung dadurch ermöglicht, dass die Oberfläche der gesamten Federung leicht gerundet ist und nach den Seiten leicht abfällt. Federkörbe werden häufig für die Unterfederung bei Stühlen eingesetzt.

Füllmaterial

Als Füllungen für Polsterkissen werden heute hauptsächlich Schaumstoffstäbchen und Mischungen aus Schaumstoffstäbchen und Naturfedern und / oder Faservliesen verwendet, durch die die Polstermöbel Sitzeigenschaften erreichen, die Daunenqualität entspricht. Einige Markenfirmen verwenden auch neuere Mischungen aus Vlieskugeln mit Schaumstoffstäbchen oder Naturfedern. Federfüllungen sind in Kammern eingeteilt, damit sie nicht wandern. Abdeckungen aus Wattevlies auf Federkernpolstern erzielen zwar eine legere Optik, haben jedoch keine Stützeffekte. Es entstehen Sitzmulden im Polstermöbel, die im Gegensatz zu losen Polstern nicht aufgeklopft werden können. Qualitativ hochwertiger sind lose Füllkörper (Schaumstoffstäbchen, Federn, Fasern), die sich dem Körper anschmiegen und sich nach Benutzung wieder zurück klopfen lassen. Als tierische Füllstoffe stehen Rossschweif-, Schweif-, Ross-, Rossmähnen- und reines Haar zur Verfügung. Des Weiteren natürliche Federn und Daunen von Hühnern, Gänsen und Enten in unterschiedlichen Arten und Qualitäten. Chemische Füllstoffe: PUR-Weichschaumstoffe, die durch chemische Reaktionen ein ausgewogenes, gleichmäßiges und stabilisierendes Füllmaterial zur Verfügung stellen. Industrielle Füllstoffe: Watten, Gummihaar/Gummikokos.

Gerbung (Leder)

Das Ziel des Gerbvorganges ist es, das Faulen der tierischen Eiweißstoffe, aus denen die Haut besteht, zu verhindern, sie unverweslich und haltbar zu machen. Gleichzeitig sollen die vielseitigen natürlichen Eigenschaften der Rohhaut zur Geltung gebracht werden. Dies geschieht mit Hilfe von pflanzlichen, physikalischen oder chemischen Gerbmitteln. Durch die Gerbung erhält die Rohhaut eine verbesserte Elastizität und Geschmeidigkeit. Zusätzlich lassen sich wesentliche Eigenschaften des Fertigleders beeinflussen. Die Gerbung kann mit verschiedenen Gerbmitteln und nach verschiedenen Verfahren erfolgen. Die verschiedenen Gerbstoffe geben dem Leder charakteristische Eigenschaften, so dass jede Ledersorte ein bestimmtes Gerbverfahren voraussetzt. Hier wird nach pflanzlicher, mineralischer, und kombinierter Gerbung unterschieden.

Jutegurte

Sind schmale, leinwandbindige Gewebestreifen aus Jutegarnen in verschiedenen Breiten.

Keder

Keder nennt man eine in ein Stoffband gefasste Schnur. Kantennähte von Kissen oder Polstermöbeln werden damit geschmückt und zugleich auch stabilisiert und haltbarer gemacht. Der Keder wird beim Nähen immer zwischen zwei Stofflagen gefasst. Er kann aus demselben Stoff wie der Bezug sein – in der gleichen oder einer anderen Farbe – oder auch aus einem ganz anderen Material, wie zum Beispiel Leder oder Mikrofaser. An Kissen werden als Dekoration zum Teil auch dick wattierte Keder genäht.

Lederwaren

Als Lederwaren werden üblicherweise Taschen, Koffer, Geldbörsen oder ähnliches bezeichnet.

Möbel

Möbel, die von einem Polsterer bearbeitet werden können sind bespielsweise Sitzmöbel, Polsterstühle, Polsterkissen oder Eckbänke.

Pflege von Polstermöbeln

Die regelmäßige Reinigung sollte mit einer weichen Bürste und einem Staubsauger, bei Neupolstern jedoch erst nach drei Monaten erfolgen. Eine Grundreinigung durch eine spezielle Reinigungsfirma sollte alle 5 bis 8 Jahre durchgeführt werden. Flecken sollten möglichst rasch nach Auftreten beseitigt werden, dabei Reiben mit dünnflüssigen Lösungen vermeiden, weil dies den Stoff aufraut. Zuvor an versteckter Stelle probieren. Spezielle Trockenschaumreinigungsmittel sind gut geeignet, da sie den Stoff nur schwach anfeuchten und Wasserränder vermeiden.

Planen

Hier bearbeiten wir z.B. Bootsplanen, LKW-Planen, Anhängerplanen, Pavillons, Hollywoodschaukeldächer, Abdeckhauben ect..

Polsterei

Polstern ist die Berufstätigkeit des Polsterers oder des Raumausstatters. Es werden Polstermöbel, Stühle und Matratzen (Auflagen) hergestellt. Das Anfertigen und Aufarbeiten von Polsterungen im Automobilbereich wird vom Fahrzeugsattler ausgeführt. Auch in diesem Berufsfeld hat sich die Arbeitstechnik im Laufe der letzten einhundert Jahre gewandelt. Anfangs wurden für Sitze und Bänke nur Lederstücke auf einen Holzrahmen genagelt. Später wurde mit verschiedenen Werkstoffen, z. B. Stroh gepolstert, um die Bequemlichkeit zu erhöhen. Heute kann man diese Arbeit schon mit verschiedenartigen modernen Techniken und Materialien ausführen, dennoch ist und bleibt es eine überwiegende Handarbeit.

Reitsportartikel

sind beispielsweise Zaumzeug, Kummet, Fahrgeschirre u.ä..

Sattler

Der Sattler stellt Sättel, Zaumzeug, Kummet oder anderes Fahrgeschirr meist aus Leder oder Stoff her. Sattler, die vorwiegend Sättel anfertigen und reparieren, werden auch als Sattelmacher bezeichnet; zu unterscheiden vom Täschner, Schuster, Riemer. 

Schwer entflammbar

Als schwer entflammbar dürfen nur bestimmte Textilien, die speziell festgelegte Kriterien erfüllen, bezeichnet werden. Sie entflammen bei Kontakt mit Glut, Funken oder offenem Feuer nicht sofort und auch wenn sie entzündet sind, brennen sie nicht weiter sondern verlöschen schnell wieder. Durch Waschen, Desinfizieren oder chemische Reinigung darf diese Schwerentflammbarkeit nicht verloren gehen und sie darf auch weder allergische noch toxische Reaktionen hervorrufen.

Stoffe

Stoffe, die in einer Polsterei oder Sattlerei genutzt werden, sind u.a. Möbelstoffe, Polsterstoffe, Federkerne, Schaumstoffe, Möbelvlies o.ä..

Werkzeug - Ahlen und Schraubenzieher

Wichtig sind Schraubenzieher aller Größen in Schlitz-, Kreuz- oder Torx Varianten. Eine spitze Ahle für das Lockern der Klammern.

Werkzeug - Geissfuss

Dieses Werkzeug, auch Ziegenfuss genannt, braucht man zum Herausnehmen der Nägel. Wichtig ist, dass man diesen mit dem Holzhammer benützt. Schont das Werkzeug und der Holzhammer ist viel leichter. Ein ähnliches Werkzeug ist das Losschlageisen. Mit diesem kann man Blenden oder ähnliches vom Gestell lösen.

Werkzeug - Hammer

Einen guten Polsterhammer mit Rundkopf 8mm für das Einschlagen der Paschnägel. Für die Gurtnägel braucht es einen stärkeren mit 13mm. Einen Schlosserhammer für das Einschlagen von Nieten oder Ösen und einen Holzhammer für Abrissarbeiten mit dem Geissfuss.

Werkzeug - Messer

Gute, scharfe Messer sind bestens geeignet für das Abtrennen des überflüssigen Stoffes. Dazu kann man ein Teppichmesser oder einen sogenannten Halbmond benützen. Ein kleines Schnitzermesser eignet sich gut für schwer zugängliche Stellen.

Werkzeug - Nadeln

Ein gutes Sortiment an gebogenen Polsternadeln in allen Größen und Stärken für die Handnähte und Fassonarbeiten. Dazu Matratzennadeln mit runder und dreieckiger Spitze. Für das Durchnähen der Polster und das Einziehen von Polsterknöpfen braucht es einen Doppelspitz. Diese Nadel hat an jedem Ende ein Spitze. Vorsichtiges Arbeiten mit dieser Nadel ist wegen der Unfallgefahr wichtig. Für das Zustecken der Polster braucht es stabile Stecknadeln.

Werkzeug - Nähmaschine

Eine gute Nähmaschine mit Tisch ist das Herzstück einer jeden Polsterei. Sie sollte problemlos auch dicken Polsterstoff oder Leder nähen können. Ideal wäre ein Kniehebel, mit dem sich der Nähfuß heben lässt, so hat man immer beide Hände frei und kann zügig nähen.

Werkzeug - Sägen und Raspel

Eine kleine Metallsäge für das Zurechtschneiden des Kantendrahtes. Für den Schaumstoffzuschnitt eignet sich eine elektrische Schaumstoffsäge bestens. Für gerade Schnitte reicht auch eine Handsäge oder ein scharfes Messer aus. Einen Holzraspel braucht es zum Abrunden von scharfen Holzkanten.

Werkzeug - Scheren

Eine gute Zuschneideschere mit langer Klinge für das Zuschneiden des Bezugsstoffes. Eine kleinere für Feinarbeiten und eine handliche kleine für Arbeiten mit der Nähmaschine.

Werkzeug - Spindelpresse

Mit dieser Presse kann man Löcher stanzen und auch Polsterknöpfe, Druckknöpfe und Ösen herstellen.

Werkzeug - Zangen

Von gutem Nutzen ist ein Seitenschneider für das entfernen der Klammern. Eine Flach- oder Kombizange für diverse Arbeiten an Stoff oder Leder. Ebenso eignen sich Beisszangen ideal für Abrissarbeiten bei größeren Nägeln.

Zubehör

Zubehör in einer Sattlerei oder Polsterei sind unter anderem Ösen, Haken, Nieten, Spanngurte, Reißverschlüsse, Schnallen.

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